Moderieren ist wie Dolmetschen, nur ohne Kopfhörer
- Nadine Hegmanns

- vor 4 Tagen
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag

Wenn ich unterwegs zu Einsätzen bin, höre ich oft Podcasts. Als ich in Folge 31 von DIE MODERATORINNEN gleich zu Beginn den Satz hörte: „Wir sind nicht nur Moderatorinnen, wir sind auch Übersetzerinnen“, musste ich schmunzeln.
Warum? Weil er genau das auf den Punkt bringt, was ich seit Jahren selbst erlebe.
Beide Berufe haben mehr gemeinsam, als man denkt. Beim Dolmetschen übersetze ich Sprachen. Als Moderatorin übersetze ich Inhalte, Stimmungen und Absichten. Beide Male geht es darum, nicht nur das Gesagte, sondern auch das Gemeinte zu transportieren. Das, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Es geht ums Interpretieren (daher auch das englische Wort „interpreting“ für Dolmetschen).
Beide Jobs erfordern:
Schnelles Denken – weil Pausen oft unangenehm sind und für Verwirrung sorgen.
Ein Gespür für das Ungesagte – was schwingt da eigentlich mit?
Gründliche Vorbereitung – wer thematisch und fachlich nicht weiß, worum es geht, verliert schnell den Faden und gerät ins Schwimmen.
Ob auf der Bühne oder in der Kabine: Ich gebe selten etwas 1:1 wieder. Stattdessen formuliere ich um, paraphrasiere und (v.a. beim Moderieren) stelle die richtigen Fragen, damit am Ende alle verstehen, worum es wirklich geht. Und genau das macht für mich den Reiz beider Tätigkeiten aus.



Kommentare