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  • AutorenbildNadine Hegmanns

Arbeits- vs. Plaisirsprache


Ich werde oft gefragt, wie viele Sprachen ich spreche. Bevor ich diese Frage hier beantworte, muss ich ein wenig ausholen: In unserem Dolmetschstudium lernen wir eine oder mehrere Fremdsprachen (die sog. passiven oder C-Sprachen), aus denen wir in unsere A-Sprache (Muttersprache oder muttersprachliches Niveau) dolmetschen. Darüber hinaus wählen wir eine B-Sprache (oder Retoursprache), in der wir fast so fließend sind wie in unserer Muttersprache und in die wir auch aus unserer A-Sprache (und umgekehrt) auf hochprofessionellem Niveau arbeiten.

Meine Antwort also auf die eingangs gestellte Frage? Ich spreche Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. ABER die Arbeitssprachen, die ich als Dolmetscherin und Übersetzerin studiert habe, sind Deutsch (A), Englisch (B) und Französisch (C). Spanisch und Italienisch nenne ich gerne meine Plaisirsprachen, die ich mir in meiner Freizeit angeeignet habe und für den Urlaub oder das Verständnis einiger Liedtexte ausreichen.

Wie aber entscheiden wir DolmetscherInnen uns für unsere B- und C-Sprachen (wenn wir nicht gerade zweisprachig aufgewachsen sind)? Eine kurze, nicht repräsentative Umfrage unter meinen Kolleg:innen (mich eingeschlossen) zeigt, dass wir in der Tat so etwas wie eine Begabungssprache haben, die uns beim Erlernen ins Blut übergegangen ist - ja, manchmal träumen wir sogar in unserer B-Sprache! Vokabeln fliegen uns nur so zu, wir müssen seltener grammatische Regeln büffeln oder Wörter nachschlagen, wenn wir die Zeitung lesen oder uns für einen Einsatz vorbereiten. Unser Wortschatz in dieser Sprache ist immens. In diesem Fall fällt die Wahl fürs B natürlich leicht!

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