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KI or not KI - Das ist hier die Frage!

  • Autorenbild: Nadine Hegmanns
    Nadine Hegmanns
  • 19. Nov. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Der Einsatz von KI hat in der Event- und Dolmetschbranche viel verändert, und bislang habe ich die meiste Zeit aus der Kabine gedolmetscht. Mittlerweile hört man aber immer öfter von KI-Lösungen, die geringere Kosten und mehr Effizienz versprechen sollen.

Bei meinem letzten Online-Einsatz anlässlich eines globalen Teammeetings allerdings stellte sich heraus, dass die Grenzen maschineller Intelligenz beim Simultandolmetschen schnell erreicht sind.

Bei diesem speziellen Setting nahm ein Teammitglied aus Irland teil. Nun sind wir jedoch mit dem irischen Akzent und der besonderen Phrasierung vertraut. Wem das Irische gerade nicht im Ohr klingt, dem sei dieses Video empfohlen!

 

Der irische Teilnehmer verwendete während der Online-Besprechung nur das laptopeigene Mikrofon, wodurch er umso schwieriger zu verstehen war. Da wir allerdings seit Jahren diese Sitzungen dolmetschen und die Teilnehmenden und auch die zu besprechenden Themen bereits sehr gut kennen, konnten wir die schlechte Tonqualität mit Fachwissen, Kontextualisierung und Antizipieren (und im Zweifel eben auch Rückfragen) ausgleichen.


All dies sind Qualitäten, über die die Künstliche Intelligenz nicht verfügt. KI-Dolmetschsysteme mögen zeitweise beeindruckende Ergebnisse liefern, sie sind aber weit davon entfernt, an die Komplexität menschlichen Denkens heranzureichen. Das gilt vor allem für komplexen Sprachgebrauch, Dialekte, Akzente sowie idiomatische Redewendungen oder Eigennamen, mit denen wir beim Dolmetschen täglich zu tun haben. Auch der kulturelle Kontext wird nicht immer korrekt erfasst, und es kommt zu Auslassungen, Fehlinterpretationen und Halluzinationen. Eine verlässliche Übersetzung des Teammeetings hätte die KI in jedem Fall nicht geliefert -- und so keine Kommunikation ermöglicht.

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