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  • AutorenbildNadine Hegmanns

Listen and repeat


Corona hat bei vielen den Alltag zum Stillstand gebracht. Wer noch immer nicht das Haus verlassen kann, der kann die Zeit vielleicht nutzen und ein paar neue Fähigkeiten für den Job oder ein neues Hobby lernen. Beim Dolmetschen zum Beispiel kommt man ohnehin nicht ums Lernen drumrum. Immer wieder werde ich bei Berufsinformationsveranstaltungen mit großen Augen angesehen, wenn es heißt: "Ich hoffe, ihr findet Vokabellernen toll!"

Dolmetscher haben sich per se dem Lebenslangen Lernen verschrieben, denn jeder Einsatz, jedes Thema ist neu und muss gewissenhaft vorbereitet werden. Da müssen die Fachausdrücke aus dem Effeff und wie aus der Pistole geschossen kommen. Wie man sich den Lern-Alltag erleichtern kann? Man hat herausgefunden, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt, die unterschiedlich lernen. Für mich funktioniert immer am besten eine Mischung aus allem - dann wird's nicht langweilig und sämtliche Rezeptoren in mir werden angesprochen.


DIE 4 LERNTYPEN


Auditives Lernen

Ich spreche mir meine Glossare meist auf mein iPhone (Sprachmemos App) - ähnlich, wie es früher beim Telekolleg auf dem Dritten gemacht wurde: fremdsprachige Vokabel, Pause, deutsche Vokabel und frage mich selbst im Zug oder im Auto ab. Häufig suche ich nach Filmmaterial zu den Gastrednern auf einer Veranstaltung - wer noch nie mit ugandischem Englisch zu tun hatte, sollte sich erst "reinhören", sonst kann es schnell zu Schweißausbrüchen und Missverständnissen beim Dolmtscheinsatz kommen! Aber auch beim Erlernen einer neuen Sprache gibt es viele Möglichkeiten. Ich besuche gerade einen Italienischkurs und kann nur wärmstens empfehlen, das Navigationsgerät im Auto auf die entsprechende Sprache umzustellen - es verwundert mich immer wieder, wie schnell mir bestimmte Phrasen im Ohr bleiben und ich die Satzmelodie wie ein Schwamm aufsauge. Auch gibt es unzählige Podcasts in verschiedenen Sprachen, mit denen man sich fit halten kann, so z. B. bei der BBC für Englisch, bei Radio France für Französisch oder bei Radio Colonia für Italienisch.


Visuelles Lernen

Oft besorge ich mir von meinen Kunden Broschüren oder bitte sie, mir Maschinen direkt im Werk zu zeigen und zu erklären, damit ich mir besser vorstellen kann, wie sie funktionieren. Häufig kommt es vor, dass auf den Kunden-Webseiten bereits Demo-Filme eingestellt wurden - auch das hilft beim Verständnis und bei der Vorbereitung.


Kommunikatives Lernen

Manchmal, wenn nichts mehr in meinen Kopf hinein will, rufe ich die Kollegin an, die mit mir in der Kabine sitzen wird. Oft helfen nur ein kurzer Smalltalk über die Veranstaltung, ein paar Rückfragen zum themenspezifischen Vokabular oder der Austausch über bewährte Eselsbrücken, und schon fluppt es wieder. Denn indem ich selbst einen Sachverhalt erkläre oder eben auch "nur" erklärt bekomme, formen sich schon wieder neue Verknüpfungen im Gehirn und das vermeintliche Chaos scheint viel geordneter. Außerdem tut es gut, wenn man hört, dass auch Kollegen mal eine Blockade haben ;-)


Haptisches oder motorisches Lernen

Am tollsten ist es natürlich, wenn ich selbst mal Hand anlegen kann: wenn ich bei einer Friseurmesse selbst das Glätteisen durchs Haar ziehen darf, bei der Vorstellung einer neuen Digitalkamera selbst durch den Sucher blicken oder bei einem Schleifmittelhersteller selbst den Abrieb an der Maschine ausprobieren kann. Dann sind Unklarheiten schnell aus der Welt geschafft, und das Dolmetschen fällt umso leichter. Neue Wörter und Ausdrücke schreibe ich mir auch immer auf, statt sie nur zu hören - am liebsten mit Stift und Papier statt an der Tastatur. Komischerweise bleibt das besser hängen…


Ich hoffe, diese Tipps helfen auch Ihnen in Ihrem Bereich weiter. Und nicht vergessen: Lernen kann richtig Spaß machen.


Happy learning!

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